Keine Wirkung OHNE Nebenwirkung. Da aber stellt
sich die Frage: Wieviel Wirkung hat die Pflanzenpower denn überhaupt? Skeptiker
belächeln sie ja gerne als Rückfall ins medizinische Mittelalter. Ist es
vielleicht doch nur der Glaube an das Gute im Grünen der Berge versetzt?
Ganz klar: Für schwer wiegende Erkrankungen oder
Notfälle sind pflanzliche Arzneimittel allein kaum geeignet.
Eindeutig bewährt hat sich die Phytotherapie
hingegen bei Bagatellerkrankungen wie Erkältungen oder Magenbeschwerden oder
auch bei leichten bis mittelschweren Krankheiten.
Bei 50 bis 60 Prozent aller Extraktpräparate ist
durch klinische Studien eindeutig bewiesen, dass sie helfen.
Bei anderen Mitteln liegt genügend Erfahrungswissen
vor, weil die Pflanzen seit Jahrhunderten erfolgreich und ohne Nebenwirkungen
verabreicht werden. Etwa 20 Prozent aller Phytopräparate sind nachweislich
ebenso effektiv wie chemische Therapeutika.
Dennoch gilt: Zu Risiken
und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt – oder schauen Sie in unsere
nachstehend aufgeführte Tabelle:
PFLANZE
WOFÜR IST SIE GUT?
WORAUF MÜSSEN SIE ACHTEN?
Baldrian
Hilft bei nervös bedingten Einschlafstörungen und generell gegen
Unruhe- und Angstzu-stände, wirkt stressabschirmend und entspannend.
Sehr selten leichte Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und allergische Hautreaktionen.
Nicht mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln einnehmen, BALDRIAN verstärkt ihre Wirkung. Vor Operationen Baldriankonsum angeben.
Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten sicherheitshalber auf BALDRIAN verzichten.
ECHINACEA
Die Wurzel mildert Erkältungs-symptome und grippale Infekte,
denn sie wirkt antibakteriell und tötet Viren ab. Darüber hinaus soll die
Pflanze die Immun-abwehr stärken.
Nicht bei schweren
chronischen Krankheiten und Autoimmun-erkrankungen einnehmen. Ungeeignet auch
bei Allergien gegen Korbblüter; in seltenen Fällen sind Hautirritationen
möglich. Nicht länger als acht Wochen anwenden.
VORSICHT bei Schwangerschaft und Stillzeit.
EUKALYPTUS
Wird vor allem bei
Erkältungen erfolgreich eingesetzt,
insbesondere bei akuten und chronischen Atemwegs-erkrankungen.
Nicht bei Entzündungen in Magen, Darm, Galle oder Leber. Seltene
Nebenwirkungen: Durchfall oder übelkeit. Eukalyptus kann andere Medikamente
(Pille, Antibiotika) schwächen.
ACHTUNG: Nicht für Babys und Kleinkinder!
GINKGO
Die Blätter des
Ginkgo-Baums fördern die Durchblutung des Gehirns und schützen die
Nervenzellen, beugen damit Hirnleistungsstörungen (insbesondere im Alter)
vor, ebenso Gedächtnisproblemen etc.
Gut auch gegen Schwindel und Menstruationsbeschwerden.
Sehr selten leichte Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen
und allergische Hautreaktionen.
Sollte nicht mit blutverdünnenden Mitteln
eingenommen werden, vorsichtshalber auch nicht während der Schwangerschaft
oder der Stillzeit anwenden.
GINSENG, sibirischer (Eleutherococcus)
Steigert die
physische Leistungsfähigkeit, sinnvolles Mittel bei Erkältungskrankheiten und
zur Stärkung des Immun-systems; wird als Ersatz für den teuren „echten“
Ginseng aus Korea eingesetzt.
Selten kommt es zu Neben-wirkungen wie Herzklopfen,
Kopfschmerzen, erhöhtem Blutdruck;
VORSICHT bei Herzrhythmus-störungen und Bluthochdruck – vorher vom
Arzt beraten lassen!
JOHANNISKRAUT
Beruhigende,
antidepressive, leicht euphorisierende Wirkung; gilt als ausgezeichnetes
Mittel gegen leichte bis mittelschwere Depression, Angst und nervöse Unruhe.
Belastet im Gegensatz zu vielen chemischen Antidepressiva das Herz nicht,
sondern schützt es sogar.
Kann zu Magenstörungen, Allergien, Müdigkeit und erhöhter
Sonnenempfindlichkeit führen und
unter Umständen die Wirkung anderer Medikamente
(Pille !!!) schwächen.
KAMILLE
Entzündungshemmend, krampf-stillend, beruhigend und
wund-heilend;
wird innerlich gegen Magen-beschwerden angewendet; äußerlich bei
Haut- und Schleimhauterkrankungen; besänftigt gereizte Atemwege (durch
Inhalation).
Allergische Reaktionen möglich; bei normalem Gebrauch keiner-lei
Nebenwirkungen;
wird Kamille aber z.B. als Tee über längere Zeit konsumiert,
können Schwindel, Unruhe und Augenentzündungen auftreten.
KAVA-KAVA
Beruhigt, gilt als angstlösend und fördert die Konzentration.
überzeugende Ergebnisse bei Angst- und Unruhezuständen sowie Schlaflosigkeit.
übelkeit und erhöhte Licht-empfindlichkeit möglich. Gefahr von
Leberschäden bei hoher Dosierung und Daueran-wendung.
Viele Experten WARNEN Schwangere, Stillende und Patienten mit
Leberproblemen vor dem Gebrauch.
MANUKA
Der Newcomer aus Neuseeland ist nah mit dem Teebaum verwandt;
das gewonnene öl wird vor allem in der Hautpflege und Wundheilung angewendet.
Es gibt noch keine gesicherten Erkenntnisse.
MELISSE
Hilft äußerlich gut gegen Herpes;
Innerlich beruhigend bei Schlaf-losigkeit und Unruhe,
möglicher-weise auch gegen Magen-beschwerden (keine eindeutigen Ergebnisse).
Sehr selten allergische Reaktionen.
MöNCHSPFEFFER/ KEUSCHLAMM
Das Heilkraut für Frauen: Lindert das Prämenstruelle Syndrom
( PMS ) bei ca. 70 Prozent aller Betroffenen; auch erfolgreich
bei ungewollter Kinderlosigkeit, wenn eine Störung der Gelbkörperfunktion
vorliegt.
Wird insgesamt sehr gut vertragen, gelegentlich kommt es zu
juckendem Ausschlag, Durchfall, selten zu Magenbeschwerden; Wechselwirkungen
mit anderen Medikamenten sind keine bekannt.
NACHTKERZE
Das fette öl des Nachtkerzen-samens ist reich an Gammalinolensäuren,
die Immun- und Hormonsystem günstig beeinflussen – deshalb gut bei Prämenstruellem Syndrom und Beschwerden in den Wechseljahren, auch bei Neurodermitis.
Unter Umständen können übelkeit, Verdauungsstörungen und
Kopfschmerzen auftreten. In seltenen Fällen kommt es zu allergischen Hautreaktionen.
Epileptiker sollten Nachtkerzenöl nur auf Anraten ihres Arztes
einnehmen!
PFEFFERMINZE
Ist leicht krampflösend, deshalb hilfreich bei Magen- und Darm-
verstimmungen.
Säuglinge und Kleinkinder nicht mit Pfefferminzöl behandeln;
Patienten mit Gallenstein-erkrankungen sollten vor der Einnahme ihren Arzt fragen, da Pfefferminze die Gallensekretion fördert ( kann zu Koliken führen ).
TEEBAUM
Wirksam gegen Bakterien und Viren, gute Resultate bei
der Behandlung von Wunden, Akne und Pilzen. Wird ausschließlich als öl
(gewonnen aus den Blättern) verwendet:
Geheimtipp: Ein paar Tropfen auf´s Kissen, hilft es auch gegen
lästige Mücken nachts!
Allergische Reaktionen möglich; vom Schlucken raten
Experten wegen eventuell giftiger Inhaltsstoffe ab;
Säuglinge und Kleinkinder sollten NICHT damit in Kontakt kommen!