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Vitaminlexikon
  Das Vitamin Lexikon

 

Kennen Sie Skorbut? Nein?

Vor vielen Jahren der Seefahrt war SKORBUT eine oftmals Geißel der Seefahrer: Etwas Rätselhaftes ging vor an Bord der beiden Karvellen „Berrio“ und „Sao Gabriel“. Die Besatzungen waren seit tagen seltsam apathisch. Jetzt klagten sie über Muskelschmerzen, und einige lagen kraftlos auf ihren Strohlagern, die Gelenke entzündet, das Zahnfleisch blutig. Die mysteriöse Krankheit ist heute bekannt unter Skorbut.

Ein paar Kisten Zitronen hätten den vielen Seefahrern im 15. Jahrhundert geholfen. Ihnen fehlte Vitamin C, ein unscheinbares Molekül mit der Formel C6H8O6.

Eines von 14 bekannten Vitaminen, die das Leben in Gang halten. Sie sind wie Öl im Getriebe des Stoffwechsels. Ohne sie nimmt die komplexe Maschine Mensch unweigerlich Schaden. An fast allen Prozessen sind Vitamine beteiligt: Beim Wachstum von Knochen, bei der Abwehr von Keimen, bei der Produktion von Geschlechtshormonen. Und doch benötigt der Körper nur winzige Mengen Vitamine. In Bananen, Karotten oder Kopfsalat sind sie verborgen, aber auch in Schweineleber, Sonnenblumenöl oder Hering. Jahrzehntelang hat es gedauert, bis sie entschlüsselt waren: Das Vitamin B1 war 1897 das Erste. Für ihre Entdeckung und Erforschung erhielten zwölf Wissenschaftler den Nobelpreis.

Der polnisch-amerikanische Biochemiker Casimir Funk bekam keine, aber er gab ihnen 1912 den Namen: „VITA“ steht für Leben.

 

Lange wusste man nichts über die unentbehrlichen Stoffe. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts experimentierte die britische Royal Navy mit Sauerkraut und Zitronen. Als einer der Ersten nahm der Entdecker James Cook auf seinen Expeditionen Zitrusfrüchte mit.

 

Textfeld: Vitamintyp1: Schwangere

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten nach Absprache mit einem Arzt Folsäure einnehmen: 600 Milligramm am Tag.
Beginn spätestens vier Wochen vor der Geburt. Dass senkt das Risiko von Fehlgeburten und einer Missbildung bei Neugeborenen, dem „offenen Rücken“. Auch für die Stillzeit empfehlen Ärzte Folsäurepräparate.

Heute gehört Skorbut in den Industrieländern bis auf wenige Ausnahmen zur Medizingeschichte. Glaubt man aber einer aktuellen Studie des Präparate-Produzenten Klosterfrau, so erlebt das Schreckgespenst  der Seefahrer gerade ein Comeback. Bei Bewohnern von Altenheimen sei ein gravierender Mangel an Vitamin C festzustellen, vergleichbar mit dem bei Skorbut. Überhaupt: Nicht NUR Senioren, alle Deutschen seien mit Vitaminen schlecht versorgt. Und schon brach unter Experten Streit aus.

„Deutschland ist kein Vitamin-Mangelland“, versichert Klaus Pietrzik von der Uni Bonn. Ernährungswissenschaftler orientieren sich bei der Berechnung ihrer Dosierungsempfehlungen immer an dem Wert, der den Durchschnittsmenschen mehr als ausreichend versorgt.

Wer weniger als die empfohlene Dosis zu sich nimmt, muss sich also nicht unbedingt Sorgen machen. Auch scheint festzustehen: Die Ernährung der meisten Deutschen ist so gut wie nie – seit den fünfziger Jahren hat der Durchschnittsdeutsche den Verzehr von Gemüse verdoppelt, der jährliche Obstverbrauch hat sich gar verdreifacht.

 

Aber in einigen Bereichen ernähren wir uns immer noch nicht optimal.

 

  • So setzten Wissenschaftler erst kürzlich die empfohlene Tagesdosis Folsäure hoch. Die meisten von uns nehmen zu wenig davon auf. Die DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG (DGE) empfiehlt Frauen, vor und während einer Schwangerschaft Folsäure-Präparate zu nehmen, um das ungeborene Kind vor einer möglichen schweren Missbildung, dem offenen Rücken, zu schützen. Aber auch alle anderen können mit mehr Folsäure einer ganzen Reihe von Leiden und Durchhängern vorbeugen, sei es Müdigkeit oder Haarausfall.
  • So ist unbestritten, dass Raucher und Hochleistungssportler einen BESONDERS hohen Bedarf an Vitaminen haben, der mitunter durch normale Ernährung allein NICHT opitmal gedeckt ist
  • So nehmen bestimmte Risikogruppen zu wenig Vitamine zu sich. Menschen etwa, die unter Stoffwechselstörungen leiden, ständig Diäten betreiben, Senioren und Alkoholiker sind unter Umständen mit Präparaten an Nahrungsergänzungen gut beraten.>>> info@sportundvital.de
  • So verzehrt jeder Deutsche im Schnitt gerade mal 260 Gramm Obst und Gemüse pro Tag. Die DGE hingegen empfiehlt die Menge von 600 Gramm:

Ein Drittel frisches Obst, der Rest Gemüse, davon die Hälfte möglichst roh. Denn nur unverarbeitet liefern Apfel, Gurke etc. neben den Vitaminen besonders viel Gutes: Ein ganzes Heer von Stoffen, die vor Krankheiten schützen sollen – die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Zwar sind sie auch in Apfelsaft enthalten, jedoch nicht in der Fülle.

Den bereits gut erforschten Stoffen wird viel zugetraut. Sie sollen Entzündungen hemmen, Tumore blockieren oder den Blutdruck senken können: Flavonoide, die unter anderem für die feurige Schärfe in Chilis sorgen, Sulfide, die Zwiebel und Lauch mit ihrem aromatischen Geruch ausstatten, oder Karotinoide, die Karotten und Tomaten ihre kräftige Farbe verleihen. Weil sich diese Stoffe nicht in Pille oder Brausetablette simulieren lassen, werben DGE und andere Gesellschaften in einer weltweiten Kampagne mit „5 am Tag“ dafür, dass häufiger Äpfel, Karotten und Feldfrüchte greifen. Vitaminpräparate sind in den Augen der Wissenschaftler höchstens die zweitbeste Lösung. „Die Evolution hat es bestimmt NICHT vorgesehen, dass wir uns Vitamine in der Apotheke besorgen“.

 

 

Trotzdem ist die Vitamine-Manie ungebrochen und rund hundert Millionen Packungen

Vitaminzusätze gingen letztes Jahr über die Ladentische!

Volles Korn
Die Keine von Weizenkörnern sind der beste Lieferant für Vitamin B6
ABC von der Kuh
Milchprodukte wie Camembert und Butter sind reich an Vitaminen.
Vollmilch enthält viel B2 und sogar einen geringen Anteil Vitamin C
Vitamintyp 2: Trinker/ Raucher
Alkoholiker werden schnell satt:
Mit 1 ½ Flaschen Wein haben sie den halben Kalorienbedarf eines Tages intus – jedoch zu wenig Vitamine!
Deshalb sind für sie Multivitamintabletten sinnvoll.
Rauchen fördert die Entstehung Agressiver Stoffe. Die Vitamine C und E helfen. Eigentlich auch Betakarotin – bei Rauchern erhöht es aber das Krebsrisiko!

 

 

 

Trotzdem:

Keine noch so bunte Pille macht die Vorteile einer vernünftigen Ernährung wett


Wissenschaftler haben bisher nur vage Vorstellungen vom Zusammenwirken und den Mechanismen der Vitamine. 'Wir wissen noch nicht, was passiert, wenn Menschen früh im Leben zusätzliche Vitamine nehmen', sagt Angelo Azzi, Universität Bern. Der Molekularbiologe erforscht die präventive Wirkung von Vitamin E. Eine Dosis von 300 bis 400 Milligramm pro Tag könnte beispielsweise die Arterien vor Verkalkung bewahren. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass Vitamine vor Krankheiten schützen oder auch die Alterung des Körpers bremsen. Die Vitamine E und C und das ProVitamin A ( Betakarotin ), eine Vorstufe von Vitamin A, präsentieren sich etwa als Feuerwehr: Sie blocken die sogenannten freien Radikale ab. Diese reaktionsfreudigen Substanzen produziert der Körper selbst, bei Rauchern verstärkt. Und weil freie Radikale bei der Verursachung von Tumoren eine Rolle spielen, sind Vitamine auch in der Krebsforschung gefragt.

Oft liegt aber mit der Dosierung von Vitaminen das Gute und Böse eng beeinander.

Das Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin warnt starke Raucher sogar vor der Einnahme von Betakarotin-Präparaten. Überschreiten sie eine Menge von 20 Milligramm pro Tag, steigt bei ihnen das Lungenkrebs-Risiko. Das Problem: Einigen Lebensmitteln ist inzwischen Betakarotin. Etwa als Farbstoff, zugesetzt. 'Viele Verbraucher wissen nicht, dass sie mit angereicherten Säften leicht zu hohe Mengen aufnehmen können', mahnt Ernährungsforscher Watzl. Als heikel gelten auch die Vitamine A (kann bei Schwangeren die Frucht schädigen) und D, das bei einer Überdosierung die Entstehung von Nierensteinen begünstigt.

Ins Reich der Mythen gehört die These, ein Glas Zitrone vertreibe jede Erkältung. Wahr ist leider: Vitamin C ist sehr empfindlich gegen Hitze. Wer bei einer heißen Zitrone auf den totalen Vitaminschub vertraut, liegt daneben!

Beruhigender, aber vielen genauso unbekannt dürfte der Umstand sein, dass eine leckere Portion Pommes aus der Bude zuweilen mehr Vitamin C enthält als Mutters Salzkartoffeln. Die Fritten werden meist direkt zur Erntezeit verarbeitet und verlieren daher wenig Vitamine.

Vitamintyp 3: Senioren Viele Senioren ernähren sich schlecht.
Weil sie an Kaubeschwerden leiden,
kochen sie ihre warmen Mahlzeiten oft
zu lang.
Die Folge: Vitaminverlust !
Senioren gehen auch seltener in die
Sonne und bilden weniger Vitamin D
im Körper. Vitaminpräparate können da
helfen - gesunde Ernährung und
Bewegung an der frischen Luft sind
meistens aber die bessere Lösung.

 

Name

Vorkommen

Bedarf *

Fehldosierung

 
 
PROVITAMIN A

( Betakarotin )

Nur in pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in Möhren, Grün-kohl und Honigmelonen

2 – 4mg am Tag.

Diese sind z.B. in 50g Möhren oder 70g Honigmelone enthalten.

 

WICHTIG: Eine kleine Menge Fett dazu essen!

Zu wenig: Lichtempfindliche Haut – ein Mangel kommt aber selten vor.

Zu viel:

Gelbliche Haut, erhöhtes Lungen-krebs- und Infarkt-risiko bei Rauchern

 

VITAMIN A

( Retinol )

 

Nur in tierischen Produkten, besonders in Leber, Fisch und Käse

0,8 – 1,0mg am Tag.

Wird im Körper gespeichert. Einmal im Monat Leber essen reicht daher aus, den Bedarf zu decken.

Zu wenig:

Trockene Haut und Schleimhäute, Nachtblind-heit.

Zu viel:

Missbildungen beim Embryo während der ersten 6 Schwanger-schaftsmonate, Haar-ausfall

 

 

VITAMIN  B1

( Thiamin )

 

Hauptsächlich in Vollkornprodukten, Schweinefleisch und Hülsenfrüchten

1,0 – 1,3mg am Tag.

Nimmt man z.B. mit 100g Kleieflocken oder Schweinefilet zu sich. Eine tägliche Zufuhr ist wichtig, da der Körper das Vitamin kaum speichern kann!

Zu wenig:

Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche.

Zu viel:

Reizbarkeit, Herzrasen, Hautrötungen

VITAMIN  B2

( Riboflavin )

 

Vor allem in Leber, Pilzen, Fisch und Eiern, aber auch in Milchprodukten

1,2 – 1,5mg am Tag. Sidn auch z.B. in 50g Schweineleber oder 200g Champignons enthalten und sollten täglich zugeführt werden.

Zu wenig:

Entzündungen der Haut und Schleimhäute, ein-gerissene Mundwinkel, Juckreiz, Konzentrationsstörungen

Zu viel:

Grellgelber Urin

VITAMIN  B3

( Niacin )

 

Hefe, Innereien, Nüsse und Fleisch

Nur schwer abschätz-bar, da der Körper einen Teil von 14 – 16mg selbst produziert. Diese Menge ist schon in einer Hand voll Erd-nüsse oder einem Stück Hühnerbrust enthalten.

Zu wenig:

Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindel; ein Mangel kommt aber selten vor !

Zu viel:

Schweißausbrüche, Übelkeit

VITAMIN  B5

( Pantothensäure )

 

 

In fast allen Lebensmitteln in geringen Mengen. Relativ viel enthalten Leber, Nüsse, Kerne

Etwa 6mg am Tag. Nimmt man z.B. mit 100g Schweineleber oder 170g Sonnen-blumenkernen zu sich

Zu wenig:

Müdigkeit, Schlaf-störungen, Zittrigkeit, Muskelkrämpfe. Ein Mangel ist sehr selten ! Überschüsse werden mit dem Urin problemlos ausgeschieden

VITAMIN  B6

( Pyridoxin )

 

In vielen Lebensmitteln, vor allem in Getreide, Fiscvh, Leber und Reis, aber auch in Bananen und Avocados

1,2 – 1,5mg am Tag. Sind z.B. in 30g Weizenkeimen oder 125g Lachs enthalten.

Zu wenig:

Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen.

Zu viel:

Kribbeln und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen

VITAMIN  B7

( Biotin )

Sehr gute Lieferanten: Hefe, Leber, Nüsse und Sojabohnen

0,03– 0,06mg am Tag

Nimmt man z.B. mit 50g Leber oder 100g Haselnüssen zu sich. In geringen Mengen wird das Vitamin auch im Darm gebildet

Zu wenig:

Hautveränderungen, Haarausfall. Einen Mangel haben hauptsächlich Säuglinge, da Muttermilch kaum Biotin enthält. Ein Überschuss ist harnlos

VITAMIN  B12

( Kobalamin )

 

 

Fast nur in tierischen Lebensmitteln, vor allem Innereien, Fisch und Fleisch

Etwa 0,003mg am Tag. Diese sind schon in 10g Leber oder 30g Hering enthalten.

Wird im Körper gespeichert. Ein gut gefülltes Depot reicht mehrere Jahre

Zu wenig:

Blutarmut. Von einem Mangel sind aber höchstens Veganer bedroht. Ein Überschuss ist ungefährlich

Folsäure

 

  

Vor allem in Blatt-gemüse und Salat, aber auch in Vollkorn-produkten, Nüssen, Eigelb und Leber

0,4mg am Tag.

Nimmt man mit 80g Mungobohnen oder 200g Grünkohl zu sich

Zu wenig:

Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Appetitmangel, Haut- und Schleimhautveränder-ungen, Haarausfall. Ein Mangel ist recht häufig. Überdosierungen sind harmlos

VITAMIN  C

( Ascorbinsäure )

Hauptsächlich in frischem Obst und Gemüse, z.B. in Hagebutten, schwar-zen Johannisbeeren und Rosenkohl

100mg am Tag.

Diese sind z.B. in 50g schwarzen Johannis-beeren oder 90g Rosenkohl enthalten. Täglich essen!

Zu wenig:

Glieder- und Knochen-schmerzen, Müdigkeit, erhöhtes Infektionsrisiko.

Zu viel:

Möglicherweise Erbgut-schäden (ab 500mg am Tag)

VITAMIN  D

( Kalziferol )

Fast nur in Fisch, Fleisch und Pilzen enthalten

Rund 80 Prozent stellt der Körper selbst her – aber nur, wenn man sich 2x wöchentlich mind. 30 Minuten im Freien aufhält. Tageszufuhr: 0,005mg

Zu wenig:

Knochenerweichung (vor allem bei Säuglingen)

Zu viel:

Nierensteine, Veränder-ungen der Knochen-substanz, Wachstums-störungen bei Kindern

VITAMIN  E

( Tocopherol )

 

 

Hauptsächlich in pflanzlicher Kost, vor allem in Nüssen, Samen und Ölen guter Qualität

11 – 15mg am Tag.

Diese sind z.B. in 25g Sonnenblumenöl oder 50g Haselnüssen enthalten

Zu wenig:

Trockene, faltige Haut, schlecht heilende Wunden, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit; ein Mangel ist sehr selten !

Zu viel: Vitamin-K-Mangel (ab 200mg am Tag)

VITAMIN  K

 

   

Vor allem in grünem und gelbem Blattgemüse

0,06 – 0,08mg am Tag. Diese sind schon in 10 g Grünkohl oder 20g Spinat enthalten.

WICHTIG: Mit etwas Fett essen

Zu wenig:

Häufiges Nasen- und Zahnfleischbluten, schlecht heilende Wunden. Ein Mangel ist außer bei Säuglingen sehr selten. Eine Überdosierung ist praktisch nicht möglich.



 
*   Die Mengenangaben gelten für gesunde Erwachsene zwischen 17 und 65 Jahren. Der Bedarf von Säuglingen, Kindern, Schwangeren und Stillenden kann von diesen Werten deutlich abweichen!

 

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