Fettstoffwechsel
steht in Zusammenhang mit Alzheimer Forscher:
Ernährungsgewohnheiten haben Einfluss auf Bildung der
Erkrankung
Einem
Forscherteam der Universität Heidelberg ist es gemeinsam mit
Wissenschaftlern aus Leuven und Boston gelungen, einen wesentlichen
Schritt in der Alzheimer-Forschung weiter zu kommen: Demnach besteht
ein Zusammenhang zwischen der Demenzerkrankung und dem
Cholesterinstoffwechel. Damit schließt das Forscherteam um
Tobias Hartmann vom Zentrum für molekulare Biologie der
Universität
Heidelberg
an die Forschungsergebnisse von vor vier Jahren an. Damals konnten
die Forscher zeigen, dass die Alzheimer-Krankheit mit
cholesterinsenkenden Medikamenten – so genannten Statinen –
verhindert werden könnte.
Hartmann
hat mit seinem Team entdeckt, dass die biologische Funktion der
Protein-Bruchstücke, die als Plaques im Gehirn von Patienten
abgelagert sind, die Begrenzung der körpereigenen
Cholesterin-Produktion ist. Amyloid-Beta hemmt die Aktivität der
HMG-Reduktase, das wichtigste Enzym der Cholesterinsynthese.
Gleichzeitig aktiviert Amyloid-Beta auch Sphingomyelinasen, wodurch
der Abbau von Sphingomyelin (ein weiteres besonders häufig im
Gehirn vorkommendes Fett) gefördert wird. „Damit ergibt
sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und
dem Fettstoffwechsel“, erklärt Hartmann im
pressetext-Interview.
Dieser
Zusammenhang werde noch dadurch verstärkt, dass die
Fettzusammensetzung von Nerven und anderen Zellen sich wiederum auf
die Produktion des Amyloid-Beta auswirkt, so dass ein vollständiger
Regelkreis entsteht, bei dem Fette die Produktion des Amyloid-Beta
verändern, während wiederum das Amyloid-Beta die Produktion
dieser Fette verändert. Wenn dieser Kreislauf aus dem
Gleichgewicht kommt und zuviel Amyloid-Beta produziert wird, steigt
das Risiko an Alzheimer zu erkranken an. „Nun lässt sich
auch verstehen, wie mit Medikamenten, die den Fettstoffwechsel
beeinflussen, die Produktion des im Übermaß gefährlichen
Amyloid-Beta verringert werden kann“, erklärt Hartmann.
Eigentlich sei das Forschungsergebnis, das vor fünf Jahren
erzielt wurde, erst jetzt in seiner Gesamtheit verständlich.
Auf
die Frage, ob sich die Ernährung direkt auf die Entwicklung der
Demenz-Erkrankung auswirken könne, meint Hartmann, dass diese
Frage nicht eindeutig mit ja oder nein beantwortet werden könne.
„Der Cholesterinstoffwechsel ist abgekoppelt von den Vorgängen
im Gehirn“, so Hartmann. Dennoch sei es langfristig sehr wohl
denkbar, dass ein erhöhter Cholesterinspiegel sich negativ
auswirke. „Gewisse Fette wie langkettige Omega-Fettsäuren
aus Kaltwasser-Meeresfischen lagern sich hocheffizient im Gehirn
ein“, erklärt der Experte. Dieser Kreislauf funktioniere
relativ schnell. Der Wissenschaftler meint, dass das Thema
„Ernährung“ mit großer Aufmerksamkeit zu
verfolgen sei. „Auch andere Aspekte der Ernährung, die
vielleicht auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind, könnten
eine wesentliche Rolle spielen, obwohl sie epidemiologisch nicht
einfach nachweisbar sind.“ Auch die Frage, wie die Energie
verbraucht werde, sei von Bedeutung, so der Wissenschaftler.