Stark
übergewichtige Menschen schlafen deutlich besser, wenn sie
einiges an Gewicht verlieren. Die Müdigkeitsgefühle am Tag
gingen deutlich zurück und die Lebensqualität steige
merklich, berichten australische Wissenschaftler von der Monash
University in Melbourne.
Den
Probanden wurde laparoskopisch ein verstellbares Magenband
(laparoscopic adjustable gastric banding) eingesetzt. Anschließend
besserten sich das nächtliche Atemmuster, Schlafqualität
und Selbstwertgefühl. Auch die Symptome einer Depression nahmen
ab. Der Studienleiter, Prof. John Dixon, erklärt: Patienten
verbrächten nach dem Gewichtsverlust einen größeren
Teil ihres Schlafes im so genannten Rapid-Eye-Movement-(REM)-Schlaf
und in den tieferen Schlafphasen.
„Unsere
Studie zeigt, dass der Einsatz eines verstellbaren Magenbandes
Verbesserungen bei einer Reihe von Problemen bietet, die mit
Übergewicht in Verbindung stehen, inklusive obstruktiver
Schlafapnoe und Tagesmüdigkeit“, so Dixon. Bis zu 48
Prozent übergewichtiger Männer und bis zu 38 Prozent
übergewichtiger Frauen leiden unter einer obstruktiven
Schlafapnoe – einer Erkrankung, bei der sich der Hals im Schlaf
verschließt und so die Luftzufuhr verhindert, wodurch der
Schlaf des Patienten stark gestört wird. Dieser Wert ist um ein
bis zu Zehnfaches höher als bei normalgewichtigen
Erwachsenen.
Patienten,
die unter obstruktiver Schlafapnoe leiden, haben auch eine stärkere
Veranlagung, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln – ein
Zustand, der mit einem erhöhten Risiko für
Herzkreislauferkrankungen und Typ-2-Diabetes verbunden ist.
Insbesondere für das Problem der obstruktiven Schlafapnoe
scheine ein starker Gewichtsverlust die beste Therapieform zu sein,
vermutet Dixon. Gegenwärtig ist die Überdruckbeatmung
(continuous positive airways pressure) die Haupttherapieform für
obstruktive Schlafapnoe. Viele Patienten finden diese aber auf Dauer
nur schwer erträglich. Weitere Untersuchungen sollen nun die
Vorteilhaftigkeit der Therapieform mittels eines verstellbaren
Magenbandes untermauern.