Softdrinks
an globaler Fettleibigkeit schuld Phänomen
nicht auf Industriestaaten beschränkt
Forscher
der University
of North Carolina in Chapel Hill UNC
haben nach den Ursachen der Fettsucht in Amerika und in Europa
gesucht und sind zum Schluss gekommen, dass die guten Geschäfte
mit Softdrinks und gezuckerten Fruchtsäften in den vergangenen
40 Jahren wesentlich daran schuld sind. Das Phänomen ist nach
Ansicht der Forscher aber nicht nur auf die Industriestaaten
beschränkt, sondern ein globales Phänomen.
Vergleich
der Nährwerte von Apfelsaft, Apfelsaftschorle,
Light-Fitness-Getränk
Energie-Nährwertgehalt
Apfelsaft
(400
ml)
Apfelsaftschorle
(1:1, 400 ml)
Light-Fitness-Getränk
(400 ml)
Energie
251
kcal
126
kcal
72
kcal
Eiweiß
003,8
g
01,9
g
<
01
g
Kohlenhydrate
050,7
g
25,3
g
<
14 g
Fett
001,0
g
00,5
g
Calcium
072,00
mg
Je
nach verwendetem Wasser unterschiedlich
120,0
mg
Phosphor
104,00
mg
Je
nach verwendetem Wasser unterschiedlich
120,0
mg
Magnesium
052,00
mg
Je
nach verwendetem Wasser unterschiedlich
050,0
mg
Vitamin
B1
000,15
mg
00,075
mg
000,7
mg
Vitamin
B2
000,15
mg
00,075
mg
000,9
mg
Vitamin
B6
000,50
mg
00,250
mg
001,0
mg
Vitamin
C
064,00
mg
32,000
mg
046,0
mg
Vitamin
E
001,40
mg
00,700
mg
007,0
mg
Quelle:
GU-Nährwerttabelle 2002/2003 sowie Herstellerangaben
Die
Verwendung von immer größeren Mengen von Zucker führt
zu einer globalen Fettsucht, sind sich die Experten einig. „Studien
in den vergangenen Jahren haben eindeutig eine Verbindung zwischen
der Zunahme der Fettleibigkeit und dem Konsum an Softdrinks in den
USA festgestellt“, so Barry Popkin, Ernährungswissenschaftler
an der UNC. Allerdings gebe es bis heute keine verlässliche
Studie darüber, welche Nahrungsmittel Fettleibigkeit wirklich
auslösen. Die Forscher haben in Statistiken den Konsum an
Softdrinks und gezuckerten Fruchtsäften zwischen 1977 und 1996
verglichen. „In den USA, ergab die Studie, war der Zuwachs von
83 Kalorien pro Tag auf kalorische Süßstoffe
zurückzuführen, denn die süßen Getränke
kommen täglich auf 66 Kalorien. Das heißt, dass 80 Prozent
des gesamten Kalorienzuwachses nur auf die Getränke
zurückzuführen sind“, erklärt Popkin. Die
Forscher haben Lebensmitteldaten von 103 Staaten aus dem Jahr 1962
mit denen von 127 Staaten im Jahr 2000 verglichen. Dabei haben die
Wissenschaftler auch demografische Daten wie urbane Besiedlung und
Pro-Kopf-Einkommen untersucht. Anhand verschiedener Untersuchungen
vom US-Landwirtschaftsministerium konnten die Wissenschaftler
ableiten, welche Nahrungsmittel zur Steigerung der Kalorienzufuhr am
meisten beigetragen haben. Die Zufuhr von Kalorien stieg weltweit um
durchschnittlich 74 Kalorien pro Tag. Interessanterweise war in
Ländern, in denen das Pro-Kopf-Einkommen geringer war, der
Anstieg der Kalorienzufuhr zwischen 1962 und 2000 höher als in
den reichen Staaten.
Das
Forscherteam hat in seiner Studie den Terminus „kalorische
Süßstoffe“ verwendet. Der Grund dafür liegt in
der großen Produktpalette von Süßstoffen, die nicht
Zucker sind. „Ein Großteil der Getränke-Hersteller
verwendet auch Maissirup als Süßstoff. Auch künstliche
Süßstoffe, Honig, Maltose, Glukose, Dextrose und Laktose
werden verwendet“, führt der Forscher aus. Der Vergleich
mit dem Bild von 1962 und 2000 habe aber deutlich ergeben, dass sich
die Ernährungsgewohnheiten der Weltbevölkerung in den
vergangenen 40 Jahren gewaltig verändert haben.
Ballaststoffreiche Kost ist in den meisten Ländern durch
kalorische Süßstoffe ersetzt worden, berichtet der Experte
in seiner Studie. „Dass exzessiver Konsum von süßen
Getränken und anderen zuckerhaltigen Nahrungsmitteln für
eine Steigerung der Kalorienzufuhr und für eine Reduktion von
wertvollen Nährstoffen sorgt, steht außer Zweifel“,
so Popkin.