Oft
sieht man in den Medien Anzeigen von bestimmten Nahrungsergänzungen,
die eine mühelose Gewichtsreduktion ohne Ernährungsumstellungen
versprechen. Dies funktioniert nur in den seltensten Fällen,
meist tut sich ohne begleitende Reduktionsdiät entweder gar
nichts oder man nimmt nur ein wenig ab, hat dafür aber andere
Beschwerden wie Herzrasen, Unwohlsein oder Bauchkrämpfe, warnt
Qualimedic-Expertin Dr. med. Jessica Männel. Abnehmen ist leider
ein multifaktorielles Vorhaben aus Ernährungsumstellung und
Sport. Die Gewichtsabnahme erfolgt dabei langsamer als bei
kurzfristigen Crash- oder Null-Diäten, ist aber von längerer
Dauer. Denn bei einer langfristig angelegten Gewichtsabnahme mit
sportlicher Unterstützung gehen nicht nur Wasser und Muskelmasse
verloren, sondern es wird das lästige Körperfett verbrannt.
Empfohlen ist eine Gewichtsabnahme von bis zu einem Kilogramm pro
Woche. Welche Nahrungsergänzungsmittel eignen sich zur
Unterstützung? Unter der Vielzahl der Nahrungsergänzungsmittel,
die eine rasche Gewichtsabnahme versprechen, gibt es einige, deren
Einnahme eine Reduktionsdiät durchaus unterstützen
können.
Grundsätzlich
sollte auf eine ausgewogene Ernährungsweise auch bei der
Reduktionsdiät geachtet werden, denn viele Vitamine und
Mineralstoffe haben eine wichtige Funktion für den Stoffwechsel.
So kann eine z.B. ausgewogene Zufuhr von Calcium (1000 bis 1500 mg
täglich) in Form von Milchprodukten oder
Nahrungsergänzungsmitteln Übergewicht vorbeugen.
L-
Carnitin unterstützt den Fettstoffwechsel: L-Carnitin ist ein
vitaminähnlicher und „bedingt lebenswichtiger Nährstoff“,
da er vom Körper selbst synthetisiert, aber auch mit der Nahrung
aufgenommen wird, erläutert Doktor Männel. Zur
Unterstützung einer Reduktionsdiät und Leistungssteigerung
bei Sportlern wird L- Carnitin in Kapselform angeboten. L-Carnitin
soll den Fettstoffwechsel ankurbeln, hilft Fett abzubauen und Muskeln
zu stärken. Diesen Effekt konnten die Professoren Lurz und
Fischer in der Studie „Carnitin zur Unterstützung der
Gewichtsabnahme bei Adipositas“ nachweisen. Mit einer
hochdosierten L-Carnitin-Gabe nahmen die Teilnehmer in der Tat mehr
ab. Von den 100 übergewichtigen Patienten, die an der Studie
teilnahmen, nahm die Hälfte dreimal ein Gramm L-Carnitin täglich
ein. Alle Teilnehmer aßen Reduktionskost mit 1200 kcal am Tag
und trieben Sport oder bewegten sich regelmäßig. Nach der
vierwöchigen Studienphase konnte in der Gruppe, die die
Reduktionskost plus L-Carnitin erhielt, das Körpergewicht
deutlich mehr gesenkt werden als bei der reinen Diätgruppe.
L-Carnitin ist aber wie andere Diäten unterstützenden
Nahrungsergänzungsmittel kein Wundermittel, dessen Einnahme
allein zu einer Gewichtsabnahme führt. Es ist eine Substanz,
deren Einnahme bei Mangel und während einer kalorienreduzierten
Kost in Verbindung mit Ausdauertraining den Organismus unterstützt
und zu einem besseren Erfolg führen kann. Eine Studie zeigt
jetzt, dass auch die Kombination von L-Carnitin und
Omega-3-Fettsäuren zur Gewichtsreduktion beiträgt.
Konjugierte
Linolsäure (CLA) unterstützt den Fettabbau: Linolsäure
ist eine essenzielle Fettsäure, die unser Körper nicht
selbst produzieren kann und sie deshalb in ausreichender Menge mit
der Nahrung aufnehmen muss. Sie ist für die Bildung der
Zellmembranen sowie als Vorstufe zu Hormonen und Botenstoffen
wichtig. Die konjugierte Linolsäure (CLA = Conjugated Linoleic
Acid) ist eine spezielle Form der Linolsäure. Sie wird zur
Erneuerung der Zellmembranen verwendet und hat protektive
Eigenschaften vor Arteriosklerose, Krebs und Diabetes mellitus. In
einigen Tierversuchen und Humanstudien konnte gezeigt werden, dass
eine gezielte Substitution von CLA eine Verringerung von Körperfett
und eine Zunahme der Muskelmasse bewirken kann, fasst Doktor Männel
zusammen. Dies wurde kürzlich in einer schwedischen Studie
bestätigt, bei der Männer über vier Wochen lang
täglich vier Gramm CLA einnahmen. Die wichtigsten
CLA-Nahrungsquellen sind neben Fleisch vor allem Milch, Käse und
Joghurt. Da der CLA Gehalt von dem Milchfett abhängig ist,
enthalten fettarme Milchprodukte nur noch wenig CLA. Bei Übergewicht
kann CLA als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen
werden.
Apothekenpflichtige
Fett-/Appetithemmer sind keine Dauerlösung: Bei starkem
Übergewicht mit einem BMI über 30 ohne bisherigen
Abnahmeerfolg kann der Arzt Medikamente verschreiben, die eine
Aufnahme von Fett über den Darm reduzieren oder den Appetit
hemmen. Der Wirkstoff Orlistat blockiert das fettspaltende Enzym
Lipase. Dadurch wird etwa ein Drittel des mit der Nahrung
aufgenommenen Fettes unverdaut wieder ausgeschieden. Unter einer
Reduktionskost kann Orlistat die Gewichtsabnahme unterstützen.
Die möglichen Nebenwirkungen sollten aber nicht außer Acht
gelassen werden – neben einer verminderten Aufnahme von
fettlöslichen Vitaminen kann es zu Fettstühlen, Blähungen,
Bauch- und Kopfschmerzen und vermehrter Infektneigung kommen.
Appetitzügler mit dem Wirkstoff Sibutramin werden ebenso bei
stark übergewichtigen Menschen verordnet, die alleine keine
Gewichtsreduktion durchhalten und oft Heißhunger haben.
Sibutramin hat einen Einfluss auf den Serotoninhaushalt, reduziert
den Appetit und steigert gleichzeitig den Energieverbrauch. Aber es
sollte mit Vorsicht eingesetzt werden, denn neben gefährlichen
Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit
und Veränderung des Blutbildes, kann sich nach einiger Zeit ein
Gewöhnungseffekt einschleichen, warnt Qualimedic-Ärztin Dr.
Jessica Männel. Wie grundsätzlich bei jeder Reduktionsdiät
gilt auch bei der Einnahme unterstützendes Präparaten: die
Umstellung der Ernährungsweise mit der bewussten Reduktion des
Fettkonsums und mehr Bewegung sind die Vorraussetzungen für eine
dauerhafte Gewichtsreduktion, betont Doktor Männel abschließend.