Mangel
im Überfluss – Die Mineralstoffaufnahme in Deutschland ist
zu gering!
Aachen
– Die Versorgung der Bevölkerung mit den
Mineralstoffen Fluorid und Jod ist mangelhaft und führt zu
Krankheiten, fasst Diplom-Oecotrophologin Ann-Margret Heyenga die
Untersuchung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und
Diätetik e.V. über die Mineralstoffversorgung in
Deutschland heute zusammen. Erschreckend ist, dass es keine
Altersgruppe in Deutschland gibt, die eine durchweg optimale oder
wenigstens suboptimale Mineralstoffzufuhr erreicht. Für ein
Mineralstoffdefizit sind häufig Erkrankungen und Medikamente
sowie einseitige Ernährungsweisen verantwortlich. Erst recht ist
bei einzelnen Bevölkerungsgruppen wie bei Senioren, Schwangeren,
Stillenden, Heranwachsenden oder Sportlern eine Versorgung mit
einzelnen Mineralstoffen nicht immer gewährleistet. Diese
Risikogruppen müssen aufgrund eines erhöhten
Mineralstoff-Bedarfs besonders auf eine ausreichende
Mineralstoff-Zufuhr achten. Obwohl Mineralstoffe für den
menschlichen Stoffwechsel unentbehrlich sind und der Mensch auf deren
regelmäßige Zufuhr angewiesen ist, zeigen Untersuchungen,
die wir jetzt zusammengefasst haben, dass die Mineralstoffversorgung
in Deutschland mangelhaft ist. Es zeigt sich, dass die
Mineralstoffversorgung in der deutschen Bevölkerung in vielen
Altersgruppen bei beiden Geschlechtern nicht optimal ist.
Hervorzuheben ist das Problem der Jod- sowie Fluoridversorgung, da
Deutschland zu den Jod- und Fluoridmangelgebieten gehört.
Während der tägliche Bedarf des Spurenelements Jod nur
knapp zur Hälfte gedeckt ist, sind es bei der Fluoridaufnahme
nur 20 Prozent. Bei anderen Mineralstoffen – wie Eisen oder
Calcium – ist die Zufuhr nicht optimal. Mineralstoffe kommen
als anorganische Substanzen in pflanzlichen und tierischen
Lebensmitteln vor. Im Gegensatz zu den organischen Makronährstoffen
- den Kohlenhydraten, Lipiden und Proteinen – verstoffwechselt
der Organismus Mineralstoffe nicht, sondern deponiert sie je nach
physiologischem Zustand in größeren Mengen beziehungsweise
setzt sie bei Bedarf aus den Depots frei. Je nach Lebens- und
Ernährungsgewohnheiten kann eine gezielte, individuelle
Supplementierung ratsam sein, um dem Körper die benötigten
Mineralstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen,
so Ann-Margret Heyenga abschließend.
Quelle:
Analyse der Mineralstoffversorgung der Bevölkerung in der
Bundesrepublik Deutschland durch Ernährungswissenschaftler der
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.,
Mineralstoffversorgung in Deutschland – zur Publikation
eingereicht.