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Was sind Net Carbs bzw. Impact Carbs?
Low Carb – der Ernährungstrend auf der FIBO 2005

Wo man auch hinkam – auf der diesjährigen Fitnessmesse FIBO vom 5. bis 8. Mai in den Essener Grugahallen war „Low Carb“ der Ernährungstrend.

Low Carb beschreibt eine Ernährungsweise mit einem geringen Anteil an Kohlenhydraten. Doch ist diese Ernährungsform für alle Menschen geeignet? Die Antwort muss ein klares Nein sein. Personen, die einen schnellen Stoffwechsel haben und im Gegensatz zu vielen anderen Menschen sehr viel essen können und dabei nicht zunehmen, sollten sich nicht low carb ernähren. Auch Leistungssportler, die jeden Tag trainieren, profitieren mehr von einer Ernährung mit einem hohen Kohlenhydratanteil. Lediglich Personen, die bereits beim bloßen „Anschauen“ eines Stück Kuchens zunehmen, sollten es mit Low Carb versuchen. Auch die bisher am häufigsten angewandte Methode Low Fat (wenig Fett und viele Kohlenhydrate) kann funktionieren; doch machen hierbei Heißhungerattacken den meisten Menschen so schwer zu schaffen, dass das Abnehmen nicht selten beim Versuch bleibt.



Welche Ernährung eignet sich für mich?
Beide Ernährungsweisen, Low Fat und Low Carb, funktionieren zur Durchführung einer Gewichtsreduktion. Da jeder Mensch einen anderen Stoffwechsel hat, muss, was für Person A funktioniert, nicht unbedingt auch bei Person B funktionieren! – Welche Ernährungsweise ist also für welche Personengruppe geeignet?

Low Fat


Low Carb




Für Personen, die im Laufe der Jahre langsam aber stetig zugenommen haben


Für Personen, die schnell zugenommen und ständig Heißhungerattacken haben




Ernährung sollte fettarm sein


Ernährung sollte arm an Kohlenhydraten sein, damit es nicht zu Blutzuckerschwankungen und damit zu Heißhungerattacken kommt




Viele kleine Mahlzeiten


Empfehlung: 3 bis 4 Mahlzeiten täglich






Prinzipien der Low-Carb-Ernährung

1. Wenig Kohlenhydrate
2. Viel Eiweiß und Fett

Folgen einer kohlenhydratreichen Ernährung

Es wird Insulin produziert. Daraus folgen


Fettproduktion und


Heißhungerattacken.

Man isst noch mehr.
Der Teufelskreis beginnt von vorne mit zunehmender Tendenz.

Folgen einer kohlenhydratarmen, eiweiß- und fettbetonten Ernährung


Große Sättigung,


geringere Insulin-Produktion,


weniger Fettspeicherung,


weniger und schwächere Heißhungerattacken.

Der Blutzuckerspiegel ist reduziert und konstant.
Dem Körper kompensiert die fehlende Energiequelle (Kohlenhydrate), indem er zur Energiegewinnung Fett verbrennt.



Low Carb nicht neu
Kenner der Szene wissen, dass Low Carb eigentlich nichts Neues ist. Bodybuilder reduzieren schon seit mindestens 30 Jahren die Kohlenhydratzufuhr, um abzunehmen. Erst seitdem auch Fotomodells und Schauspielerinnen diese Ernährungsweise durchführen, bzw. sich dazu bekennen, nimmt das Thema immer größeren Raum in den Medien ein.

Bisher galt als unumstößliche Erkenntnis, dass die Kohlenhydrate als wichtigste Energielieferanten gleichzeitig auch als wichtigste Nahrungsquelle dienen. Doch die Zeiten ändern sich, vor allem bezüglich der körperlichen Aktivität. Diese wird durch den Einsatz moderner Technologie immer geringer. Logischerweise müssen Ernährungsempfehlungen diese Entwicklung berücksichtigen.

Die empfohlene hohe Menge an Kohlenhydraten können die meisten Menschen gar nicht verbrauchen. Die Aussage „An Kohlenhydraten können Sie sich satt essen“ sollte schnellstens aus den Ernährungsratgebern für Nichtsportler gestrichen werden. Bleibt zu hoffen, dass auch weiterhin wichtige Elemente des Bodybuilding-Lifestyles an figurbewusste Menschen weitergegeben werden und die FIBO nicht zur „FIWE“ (Fitness- und Wellnessmesse) mutiert.




Sportlernahrung = gesundes Fastfood
Ganz gleich, für welche Ernährungsform Sie sich auch entscheiden, in den meisten Fällen fällt es schwer, immer auf gesunde Lebensmittel zurückzugreifen. Bevor Sie allerdings ungesundes Fastfood verköstigen, greifen Sie besser zu gesunder Sportlernahrung.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob Sie Leistungs-, Freizeit- oder Gelegenheitssportler sind. Maßgeblich ist: Die lebenswichtigen Nährstoffe in Sportlernahrungsprodukten fördern bei jedem Menschen das Wohlbefinden und die Gesundheit.




Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate!

Es gibt Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen (Net Carbs oder Impact Carbs) und Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Je niedriger die Anzahl der Net Carbs ist, desto weniger Heißhungerattacken sind zu befürchten.

Besonders bei den so genannten Low-Carb-Riegeln findet man häufig die Angabe der Net Carbs. Viele Verbraucher wundern sich jedoch zu Recht, warum es sich daher bei den neuen Riegeln um Low-Carb-Produkte handeln soll, obwohl sie eine hohe Menge Kohlenhydrate enthalten. Auch der Kaloriengehalt im Vergleich zur Schokolade ist nicht sehr viel geringer.

Streng genommen handelt es sich auch nicht um Low-Carb-, sondern eher um Low-Glycemic-Riegel (niedriger Glykämischer Index). Die folgende Tabelle veranschaulicht, warum.










Gegenüberstellung: herkömmlicher Schokoriegel und Low-Carb-Schokoriegel

Nährstoffe


Herkömmlicher Schokoriegel, umgerechnet auf 46 Gramm


Low-Carb-Schokoriegel, 46 Gramm






Kalorien


253


216

Kohlenhydrate


025,3


020,0

Net Carbs (beeinflussen den Blutzuckerspiegel = Hunger und Fettaufbau; je weniger, desto besser zur Gewichtsreduktion)


025,3


003,7

Kohlenhydrate, die ohne Insulin verstoffwechselt werden (je mehr desto besser zur Gewichtsreduktion)



016,3

Fett


015,5


015

Eiweiß


002,8


003,7


Am Beispiel des Low-Carb-Riegels bedeutet dies:




Gesamt-Kohlenhydrate pro Riegel:


20,0 Gramm

Davon Zucker (Net Carbs – Insulinausschüttung):


03,7 Gramm




Der Rest, 16 Gramm, sind so genannte Zuckeralkohole. Dabei handelt es sich häufig um den Zuckerausstauschstoff Maltit. Maltit ist auch für Diabetiker geeignet, da er nicht den Blutzuckerspiegel beeinflusst.



Was hat der Verbraucher davon?

Der Verzehr eines Low-Carb- statt des herkömmlichen Schokoriegels bewirkt weniger Hunger und ermöglicht eine insgesamt geringere Kalorienaufnahme. Dies zu belegen, diente auch die folgende Studie:

Übergewichtige Kinder erhielten Mahlzeiten mit hohem oder niedrigem Glykämischen Index zum Frühstück und Mittagessen. Die Energieaufnahme wurde während des Nachmittags aufgezeichnet. Die Energieaufnahme nach den hochglykämischen Mahlzeiten war um 53 Prozent höher. (Quelle: Ludwig, D. S. et al: „High glycemic index foods, overeating and obesity“, Pediatrics 1999)

Fazit: Wer also z.B. nachmittags einen herkömmlichen Zucker-Schoko-Riegel isst, nimmt am Abend automatisch mehr Kalorien auf. Auf lange Sicht ist eine Gewichtszunahme die Folge.

Die Berechungsformel

Gesamter Kohlenhydratgehalt
abzüglich Zuckeralkohole (z.B. Maltit),
abzüglich Polydextrose,
abzüglich resistente Stärke,

gleich: Net Carbs ( je kleiner die Menge, desto geringer ist die Blutzuckerschwankung, die Heißhunger verursachen kann ).


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