Kleiner
Ratgeber für Patienten mit einen erhöhten Harnsäurespiegel
oder Gicht
Was
ist Harnsäure (Hyperurikämie)? Harnsäure
ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Purine werden zum Aufbau
bestimmter Zellbestandteile (DNS & RNS) in unserem Organismus
benötigt. In unserer Ernährung gibt es verschiedene
Lebensmittel welche die Purinkonzentration und somit auch die
Harnsäurekonzentration in unserem Körper ansteigen lassen.
Dadurch können die Purine nicht vollständig und schnell
genug von unserem Organismus in kleinste Teile zerlegt werden. Es
kommt damit zum Anstieg der Harnsäurewerte im Blut und im
schlimmsten Fall zu einer Stoffwechselerkrankung der sogenannten
Gicht.
Wie
kommt es zu Erhöhung der Harnsäure? Ein
Anstieg der Harnsäurewerte über den Wert von 6,5 Milligramm
pro 100 Millilitern Serumharnspiegel bezeichnet man als
Hyperurikämie. Bei höheren Konzentrationen der Harnsäure
kann es zur Bildung von Harnsäurekristallen (Urate) kommen, die
sich meist in den Gelenken festsetzen und sich als eine Art
Entzündungsreaktion (Gicht) bemerkbar machen.
Die
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten
Harnsäurewerten im Blut, von der vorzugsweise Männer
betroffen sind. Ursachen können genetische Defekte
(Nierenfunktionsstörungen), purinreiche Nahrungsmittel wie
hauptsächlich Innereien und fettreiche Fischsorten sein. Die
Harnsäurewerte werden bei einer Hyperurikämie
geschlechtlich unterschieden. Bei Frauen besteht eine Hyperurikämie,
wenn der Referenzwert 6,1 Milligramm pro 100 Millilitern und bei
Männern 8,2 übersteigt.
Wie
äußert sich Gicht? Ein
leicht erhöhter Harnsäurespiegel bereitet meist über
viele Jahre keine Beschwerden. Häufig ist der akute Gichtanfalls
des Großzehengrundgelenks (Podagra) das erste Zeichen der
Gichterkrankung. Dabei kommt es zu heftigen Schmerzen, einer Rötung,
einer Schwellung und einer Überwärmung des Gelenks. Die
Bewegung ist sehr schmerzhaft. Gelegentlich, aber sehr selten ist
auch das Kniegelenk oder das Sprunggelenk betroffen. Der akute
Gichtanfalls kann von Fieber begleitet sein.
Wird
die Gicht nicht behandelt, kann es im Lauf von Jahren zu einer
Ablagerung von Harnsäurekristallen (Urate) in verschiedenen
Geweben (z.B. Ohrmuschel) und Organen (z.B. Nieren) kommen.
Wie
sieht die Behandlung bei Hyperurikämie und Gicht aus? Die
Behandlung einer Hyperurikämie bzw. einer Gicht gehört in
jedem Fall in die Hände eines Arztes. Vor allem aber Sie selbst
(in Verbindung mit Ihrem Arzt) können viel dazu beitragen, dass
sich die Harnsäurewerte verbessern bzw. die Krankheit nicht
verschlimmert. Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Änderung
der Ess- und Trinkgewohnheiten ebenso wichtig, wie die regelmäßige
Einnahme der eventuell verordneten Medikamente.
Was
müssen Sie in der Ernährung bei Hyperurikämie und
Gicht beachten?
1.
Beachten
Sie den Purin-/Harnsäuregehalt verschiedener Nahrungsmittel
auf Ihren täglichen Speiseplan. In den Lebensmitteltabellen
werden die Puringehalte der Lebensmittel in Harnsäure
umgerechnet angegeben. Die purinarme Diät erlaubt die Zufuhr
von 500 Milligramm Harnsäure pro Tag bis maximal 3000
Milligramm Harnsäure wöchentlich.
2.
Essen
Sie Fleisch und magere Wurst nicht täglich und nur in
geringen Mengen. Milch und magere Milchprodukte enthalten keine
Purine und sind ebenfalls geeignete hochwertige Eiweißquellen.
3.
Obst,
Gemüse und Salat stellt eine gute Alternative dar, aber
achten Sie auf den Puringehalt pflanzlicher Lebensmittel.
4.
Hülsenfrüchte
wie Erbsen, weiße Bohnen und Linsen sind relativ purinreich,
können aber in kleineren Portionen mit auf den persönlichen
Speiseplan gesetzt werden. Der größte Teil der
Gemüsesorten ist kalorien- und purinarm und liefert Ihrem
Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre
Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.
5.
Trinken
Sie nicht täglich Alkohol und nur in vernünftigen Mengen
zu einer Mahlzeit (ab und zu maximal ein Glas pro Tag). Denn
Alkohol erhöht die Harnsäureproduktion und senkt
gleichzeitig die Harnsäureausscheidung über die Niere.
6.
Trinken
Sie reichlich Flüssigkeit, mindestens 2 Liter täglich.
Denn je mehr Urin die Niere bildet, um so niedriger ist die
Harnsäurekonzentration im Urin. So beugen Sie Nierensteinen
vor. Bevorzugen Sie kalorienfreie Getränke, wie
Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees.
7.
Bei
Übergewicht das Körpergewicht normalisieren.
8.
Treiben
Sie regelmäßig Ausdauersport. Dies hilft Ihnen, Ihr
Sollgewicht zu erreichen und zu halten!
9.
Keine
strengen Fastenkuren (z.B. Nulldiäten) durchführen!
10.
Möglichst
fettarme Nahrungsmittel essen.
Lebensmittelempfehlung
bei erhöhten Harnsäurewerten