Frauen
zwischen 25 und 51 Jahren nehmen durchschnittlich 211,1 mgFolsäure
pro Tag auf. Dies liegt deutlich unter den Empfehlungen der DGE, die
fast die doppelte Menge von 400 mg empfiehlt. Schwangeren empfiehlt
die Fachgesellschaft sogar zusätzliche 400 mg Folsäure in
Tablettenform .
Der
Grund: Eine Unterversorgung kann zu schweren Missbildungen,
sogenannten Neuralrohrdefekten, des ungeborenen Kindes führen.
Neuralrohrdefekte unterscheiden sich in zwei Grundtypen: der Spina
bifida (offener Rücken) und der Anencephalie (teilweises oder
komplettes Fehlen des Großhirns). Die Wahrscheinlichkeit eines
Wiederholungsrisikos nach einer vorausgegangenen Schwangerschaft mit
Neuralrohrdefekt erhöht sich um das 10-20fache.
Folsäure
spielt eine große Rolle bei allen Zellteilungs- und
Wachstumsprozessen. Frauen, die einen Kinderwunsch haben, sollten
bereits frühzeitig vor Beginn der Schwangerschaft ausreichend
Folsäure zu sich nehmen.
Tipp:
Besonders gut verfügbare Folsäure ist in Getreideprodukten,
Weizenkeimen, Salat, Chinakohl, Rote Bete, Fenchel, Tomaten und
Spinat enthalten. Zu Deckung des hohen Bedarfs empfehlen sich mit
Folsäure angereicherte Lebensmittel, wie z. B. die Suppensnacks
oder Obstsalate von -Du darfst-.
In der Nahrung liegt Folsäure als Gemisch verschiedener Mono-
und Polyglutamatformen vor, wobei die Bioverfügbarkeit der
Polyglutamate im Vergleich zu den Monoglutamaten eingeschränkt
ist. Daher beträgt die durchschnittliche Bioverfügbarkeit
50 Prozent. Um diesen unterschiedlichen Resorptionsraten Rechnung zu
tragen, wurde im deutschsprachigen Raum der Begriff der
Folatäquivalente eingeführt (= die Menge eines Derivates,
die wirkungsgleich mit 1µg freier Folsäure ist),
Ernährungsbericht 2000.