Vitamin
D
wird mit der Nahrung vorwiegend aus Milch, Milchprodukten, Fisch und
Eiern aufgenommen, aber auch durch den Einfluss des Sonnenlichts im
Körper selbst gebildet. Die täglichen Empfehlungen von
Ernährungsgesellschaften zur Aufnahme von Vitamin D könnten
aber, vor allem im Winter, in den nördlichen Ländern zu
gering bemessen sein, um eine Reihe von Frauen vor
Mangelerscheinungen zu schützen, wie neuere Studien zeigen.
Vitamin D trägt im Körper dazu bei, dass Kalzium im Darm
besser resorbiert und auch der Kalziumeinbau in die Knochen
begünstigt wird. Zu den möglichen Folgen einer zu geringen
Zufuhr gehören einerseits ein erhöhtes Risiko für
Brustkrebs, andererseits aber auch für Osteoporose, beides bei
Frauen häufige Erkrankungen.
In
einer Studie untersuchten kanadische Mediziner im Lauf eines Jahres
die Werte von Vitamin D im Blut von nahezu 800 Frauen im Alter von 18
bis 35 Jahren. Die Teilnehmerinnen gaben über ihre Ernährung
Auskunft, vor allem über den Verzehr von Milch und
Milchprodukten. Sie berichteten außerdem, ob sie Vitamin D aus
Multivitamin-Präparaten aufnahmen. Vor allem in der Winterzeit
fanden sich bei den Frauen recht häufig zu geringe Werte an
Vitamin D im Blut. So hatten beispielsweise 21 Prozent der Frauen,
die kein Vitamin D zusätzlich konsumierten, eine unzureichende
Versorgung im Vergleich zu 26 Prozent der Frauen, die wenig Vitamin D
und zu 20 Prozent der Frauen, die über 5 Mikrogramm (200 I.E.)
Vitamin D mit Nahrungsergänzungen täglich einnahmen. Es kam
also auch bei Supplementation bei jeder fünften Frau zu einem
leichten Vitamin-D-Mangel, kaum ein Unterschied zu der Gruppe ohne
Supplementation, wo dies bei etwa jeder vierten der Fall war. Im
Sommer hatten dagegen die Frauen, die zu Multivitaminprodukten mit
Vitamin D griffen, deutlich höhere Konzentrationen dieses
Vitalstoffs im Blut als diejenigen, die Vitamin D nur über die
Nahrung zuführten. Die Forscher schließen aus diesen
Ergebnissen, dass die empfohlenen Bedarfswerte vor allem im Winter
für viele Damen möglicherweise viel zu gering sind, um
einem Mangel an Vitamin D effektiv vorzubeugen. Aus Sicht der
Osteoporoseprophylaxe und der Prävention von Brustkrebs sollte
neben einem täglichen Aufenthalt im Freien evtl. auch eine
Supplementation von Vitamin D in Erwägung gezogen werden. Gerade
weil Vitamin D höher in fetten Milchprodukten konzentriert ist
und diese wegen des höheren Kalorienwertes häufiger
gemieden werden, bietet sich eine zusätzliche Einnahme von
Vitamin-D-Präparaten im Dosisbereich von 5 bis 10 Mikrogramm
täglich an.
Quelle:
Vieth R. et al. (2001): Wintertime vitamin D insufficiency is common
in young Canadian women, and their vitamin D intake does not prevent
it. European Journal of Clinical Nutrition 12 (12): 1091-1097.