Phytoöstrogene
aus Leinsamen greifen stärker ins Stoffwechselgeschehen ein als
solche aus Soja. Damit ist Leinsamen eventuell eine effektivere
Alternative zur pharmakologischen Hormontherapie als bislang
angenommen. Phytoöstrogene ähneln in ihrer chemischen
Struktur körpereigenen Hormonen und wirken auch vergleichbar.
Ihren Einfluss auf den Östrogenstoffwechsel untersuchten
kanadische Wissenschaftler in einer Studie mit 46 Frauen nach der
Menopause anhand von biochemischen Parametern.
Die
Teilnehmerinnen aßen über vier Monate täglich einen
Muffin, der entweder gemahlene Leinsamen, Sojamehl oder keins von
beiden (Placebo) enthielt. Die Leinsamen- und Sojamengen waren
gleich, die Menge der Phytoöstrogene bei Soja jedoch höher.
In keiner der Gruppen veränderten sich biochemische Marker für
Knochenumbauprozesse. In der Placebo- und Sojagruppe unterschieden
sich zu Beginn und am Ende der Studie die untersuchten
Stoffwechselendprodukte des Östrogenabbaus in den Urinproben
nicht. Die Frauen der Leinsamengruppe hingegen wiesen signifikant
höhere 2-Hydroxyöstron-Werte im Urin auf. Östrogene
werden in der Leber entweder zu 2-Hydroxyöstron oder
16-alpha-Hydroxyöstron abgebaut. Während das letztere
anscheinend die Entstehung von Brustkrebs fördert, besitzt
2-Hydroxyöstron antiöstrogene Eigenschaften. Trotz der
geringen Teilnehmerzahl und der kurzen Studiendauer gehen die Autoren
davon aus, dass die Pyhtoöstrogene aus Leinsamen im Vergleich zu
Soja biologisch aktiver sind.
Quelle:
Brooks, J. D. et al.: Supplementation with flaxseed alters estrogen
metabolism in postmenopausal women to a greater extent than does
supplementation with an equal amount of soy. In: Am J Clin Nut
79:318-25, 2004